• Hl. Dreifaltigkeit

    mit St.Maria Rosenkranz

 

Das Hirtenwort an die Erstkommunionkinder als PDF

 

Dr. Heiner Wilmer
DER BISCHOF VON HILDESHEIM ,  Hildesheim, den 18. Mai 2020

©Hanuschke/bph

 

 

 

 

                                                                                                                               

 

 

 

 

 

 Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ


Liebe Erstkommunionkinder, liebe Mädchen und Jungen,
am 16. Mai bin ich mit dem Fahrrad zum Wallfahrtsort Ottbergen gefahren, nur zehn Kilometer von Hil-desheim entfernt.

Das ist ein ganz alter Ort auf dem Berg, wo Menschen schon seit Jahrhunderten hin-aufgehen, wenn sie in Sorgen sind und Angst haben. Beim Fahrradfahren und beim letzten Weg hoch zur Kreuzkapelle, den ich zu Fuß gegangen bin, musste ich dabei immer wieder an Euch, die Erstkommunion-kinder, denken, an Eure Geschwister, Eltern, Großeltern und Urgroßeltern.

Ich habe mich gefragt, wie es Euch wohlgeht. Wie kommt Ihr klar mit dem Virus, mit Corona, damit, dass Ihr so lange nicht in die Schule gehen konntet, dass Ihr Eure Großeltern nicht besuchen durftet? Wie war es, so lange nicht Eure Freundinnenund Freundeund Schulkameraden gesehen zu haben? Ich weiß, dass manche von Euch ganz gut mit dem Internet klarkommen, das cool finden. Ich weiß auch, dass andere von Euch diese Zeit gar nicht gut finden, jetzt leiden und traurig sind, weil sie nicht in die Schule durften, weil einfach zu Hause sein auch nicht nur toll ist.

Auf dem Berg in Ottbergen gibt es eine kleine Lourdes Kapelle. Die sieht aus wie eine große Höhle, mit alten dunklen Steinen, die von den vielen abgebrannten Kerzen fast schwarz sind. In der Höhle sieht man eine schöne Statuevon Maria, der Mutter Jesu. Maria trägt ein weiß-blaues Kleid und auf dem Kopf ei-nen langen Schleier, der auf ihre Schultern fällt. Ihre Hände hat sie so aneinandergelegt, dass die Finger-spitzen fast ihr Kinn berühren. An ihrem Arm hängt ein Rosenkranz. Ihren Kopf hat sie leicht angehoben. Es sieht aus, als schautsie in den Himmel und betet.

Am Kerzenstand habe ich für Euch eine Kerze angezündet und für Euch und Eure Familien gebetet. Ihr alle hattet Euch ja so auf Eure Erste Heilige Kommunion gefreut, Euch auf diesen Tag vorbereitet, auf die ganz persönliche Begegnung mit Jesus. Jetzt musste wegen Corona alles verschoben werden. Übrigens habe ich gesehen, dass einige von Euch auch in Ottbergen gebetet haben.

Sie haben Jesus erzählt, wie es ihnen geht, was ihnenschwerfällt und um was sie ihn bitten. So schreibt Maxi in das Fürbittbuch: „Lieber Gott, ich will gesund bleiben und alle anderen (sollen es) auch. Das Ker-zenlicht spendet Licht. Schöner Ort hier. Willst du meine Telefonnummer wissen, Gott?“ Dann schreiben Eltern: „Wir möchten all unsere Lieben endlich wieder in den Arm nehmen dürfen!!! Und dass unsere Töchter ihre Urgroßeltern endlich wieder besuchen dürfen. Bleibt alle gesund.“ –Gut, dass wir überall beten und bitten können, in der Kirche, aber auch zuHause.

Liebe Erstkommunionkinder, ich wünsche Euch und Euren Familien, Euren Katechetinnen und Kateche-ten sowie Lehrerinnenund Lehrern, dass die Vorfreude auf die Erstkommunion noch anhält, Ihr Euch mit Euren Freundinnen und Freunden weiterhin darauf vorbereitet, dass Euch diese Vorbereitung Spaß macht und Euch auch gut tut und dass Ihr dann, wenn der große Tag gekommen ist, diesen richtig feiern könnt, mit allen, die dazugehören.

Euch, Euren Familien sowie den Katechetinnen und Katecheten schicke ich ganz herzliche Grüße und wünsche Euch Gottes Segen. Ich bete für Euch.

Dr. Heiner Wilmer SCJ Bischof von Hildesheim

 

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