• Hl. Dreifaltigkeit

    mit St.Maria Rosenkranz

Landwirtschaftliche Wanderarbeiter

In vielen der Seelzer Dörfer waren schon vor 1900 polnischstämmige katholische Landarbeiter tätig – zunächst als Saisonarbeiter; aber einige blieben auch hier. In der Lathwehrener Dorfschule wurden auch die Kinder der Dunauer Landarbeiter unterrichtet. 1901 z.B. waren 9 katholische Kinder darunter. Lehrer Klingemann hat vermerkt, die katholischen Schüler würden Religionsunterricht nach ihrer Konfession erhalten. Es bleibt aber offen, wie das konkret bewerkstelligt wurde.


Italiener und Polen bauen Fabriken,
Wohnhäuser, Gleise und Kanäle

Zum Bau der chemischen Fabrik De Haën, der „Kolonie“ und vieler weiterer Wohnhäuser von 1899 bis ca. 1903 holte der österreichische Bauunternehmer Maresch vor allem (katholische) Wanderarbeiter aus Italien. Ob sie kirchlich aus Linden betreut wurden, wissen wir nicht.

Richtfest der chemischen Fabrik De Haën 1902

Auch die Conti-Fabrik am östlichen Dorfrand wurde (zur gleichen Zeit) sicherlich von Wanderarbeitern gebaut, aber darüber ist in Seelze nichts überliefert. 1906 bis 1909 wurde der Rangierbahnhof zwischen Seelze und Letter gebaut, auch hier kamen hunderte Italiener, Polen und Kroaten zum Einsatz, die in Baracken auf der Baustelle lebten.


Sichere Informationen haben wir nur über die kirchliche Versorgung der katholischen Arbeiter (Italiener, Polen, Tschechen), die den Mittellandkanal in unserem Bereich und den Zweigkanal nach Linden bauten (ca. 1910 bis 1916).

Arbeiterkolonne beim Bau des Mittellandkanals

Sie lebten in Baracken bei Kolenfeld, Dedensen und Lohnde, wo sie von Kaplänen von St. Benno regelmäßig besucht wurden. Zusätzlich wurden polnischsprachige Kapläne aus der Erzdiözese Gnesen-Posen eingesetzt, was die seelsorgerische Ansprache der Polen sehr erleichterte. 1937/38 wurde der hiesige Abschnitt der Reichsautobahn bei Gümmer und Dedensen gebaut. Die ca. 2.000 Wanderarbeiter, viele aus Schlesien und dem Raum Danzig, lebten in Barackenlagern auf der Baustelle; unter ihnen werden viele Katholiken gewesen sein.


Während der 2. Weltkriegs

kamen viele Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter unfreiwillig nach Seelze. 1944 waren es über 400. (Zahlen für andere Dörfer haben wir nicht.) Ab 1940 fanden hier Gottesdienste für die zahlreichen polnischen Katholiken statt. Als die Varta-Accumulatorenfabrik 1940 ein Werk in Stöcken eröffnete, kamen einige Familien aus Hagen nach Letter, auch Katholiken, welche die hiesige Gemeinde verstärkten. Und auch die 1942 in Stöcken in Betrieb genommene neue Conti-Reifenfabrik zog so manche katholische Familie nach Letter und Seelze.


1944 setzte mit Evakuierten aus dem Rheinland ein Flüchtlingsstrom ein, der in den nächsten Jahren noch viele Katholiken nach Seelze brigen sollte . . .

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