• Hl. Dreifaltigkeit

    mit St.Maria Rosenkranz

Katholische Flüchtlinge und Vertriebene

Mit dem Zustrom der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen 1945/46 stieg die Zahl der Katholiken in Seelze und Umgebung sprunghaft an. Gemeinschaftliche Selbst- und Nothilfe hatte zu dieser Zeit eine große Bedeutung und trug wesentlich zur Integration neuer Gemeindeglieder bei.

Weihe der Gedenkstätte der Glumpenauer
in der Dreifaltigkeitskirche 1961

Eine besondere Rolle kam in Seelze bald den Schlesiern aus Glumpenau im Kreis Neiße zu (heute Głębinów), deren jährliche Heimattreffen hier seit 1948 stattfinden. 1961 wurde in der Dreifaltigkeitskirche eine Gedenkstätte für die Toten aus Glumpenau geweiht.

Die Bevölkerungszahl im heutigen Seelzer Stadtgebiet hatte sich von 1939 bis 1961 von ca. 11.000 auf 22.000 verdoppelt. Von den Einwohnern 1961 waren allein in Seelze und Letter über 5.500 Flüchtlinge und Vertriebene, weitere 1.150 kamen aus der DDR und Berlin. Bis Anfang der 1960er Jahre riss der Zuzug aus der DDR nicht ab, und insbesondere aus dem katholischen Thüringer Eichsfeld kamen viele in den Raum Hannover.


Katholische „Gastarbeiter“

Dem gewaltigen Zuzug nach dem 2. Weltkrieg folgte bald eine neue Gruppe von Menschen, die teilweise in der katholischen Kirchengemeinde eine Anlaufstelle fanden.

Fronleichnam in Seelze 1952 –
die Gemeinde war in den vorangegangenen Jahren stark gewachsen.

In der Gemeinde Seelze lebten im Juni 1971 686 „Gastarbeiter“ Spanier, Griechen, Italiener, Jugoslawen und Türken). 387 kamen aus Spanien und Italien und waren sicherlich römisch-katholisch. Vier Jahre später verzeichnet die Gemeinde Seelze 402 Spanier und 252 Italiener, zusammen 654. Die meisten der ersten „Gastarbeiter“ kehrten allerdings nach einigen Jahren in ihre Heimatländer zurück.


Europa wächst zusammen

Deutsche Spätaussiedler, z.B. aus Oberschlesien oder Russland, sind vermehrt seit den späten 1980er Jahren nach Seelze gekommen; viele sind katholisch und haben sich inzwischen in die Gemeinden in Seelze und Letter integriert. Und nachdem der frühere „Ostblock“ aufgehört hat zu existieren und die europäische Integration weit fortgeschritten ist, ist es vielleicht vorbei mit den europäischen Wanderungs-, Flüchtlings- und Vertreibungswellen, wie sie seit der Industrialisierung so typisch waren.

So wird es immer „normaler“, dass sich in dem so lange rein lutherischen Seelzer Stadtgebiet Menschen katholischen Glaubens niederlassen. Und diese mögen es, hundert Jahre nach dem Bau der Dreifaltigkeitskirche, einfach selbstverständlich finden, dass es hier eine katholische Kirche und Gemeinde gibt.

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